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Kurzexpertise Der Abstand zwischen Sozialgeld Arbeitslosengeld II und unteren Arbeitnehmereinkommen: Ergebnisse zur bestehenden Regelsatzverordnung und dem Parit tischen Vorschlag eines fairen und sozial gerechten Regelsatzes Dr. Rudolf Martens Der Parit tische Wohlfahrtsverband Gesamtverband Berlin 15. Dezember 2004 Das Lohnabstandsgebot" Nach dem Willen des Gesetzgebers sind die Regels tze in ihrer H he und Struktur so zu gestalten da berschneidungen zwischen unteren Arbeitnehmereinkommen und dem Sozialgeld bzw. dem Arbeitslosengeld II vermieden werden. F r das sog. Lohnabstandsgebot wird folgender Indikator als Vergleichsma stab herangezogen: Ehepaar mit 3 Kindern das verf gbare Haushaltseinkommen wird durch eine alleinverdienende vollzeitbesch ftigte Person erzielt. Der Gesetzgeber sieht das Lohnabstandsgebot als erf llt an wenn das verf gbare Haushaltseinkommen unterer Arbeitnehmereinkommen h her liegt (Ehepaar mit 3 Kindern) als der Bedarf eines vergleichbaren Haushaltes der Sozialgeld oder Arbeitslosengeld II bezieht.1 F r die Berechnung des verf gbaren Einkommens des Arbeitnehmerhaushalts wurde von einem Hilfsarbeiterentgelt im produzierenden Gewerbe Leistungsgruppe III ausgegangen. Verwendet wurden die Daten des Statistischen Bundesamtes (Statistisches Jahrbuch 2004). Dort sind die Daten f r 2003 verzeichnet die anhand der letztj hrigen tarifpolitischen Entwicklungen 2003/2004 auf Mitte 2005 hochgerechnet wurden.2 In den vier Tabellen (Seite 3 bis 6) zum Lohnabstandsgebot ist ersichtlich wie die Vergleichsrechnungen zum Lohnabstandsgebot vorgenommen wurden. So wurden gem 28 Abs. 4 SGB XII: Die Regelsatzbemessung gew hrleistet dass bei Haushaltsgemeinschaften von Ehepaaren mit 3 Kindern die Regels tze zusammen mit Durchschnittsbetr gen der Leistungen nach den 29 und 31 und unter Ber cksichtigung eines durchschnittlich abzusetzenden Betrages nach 82 Abs. 3 unter den erzielten monatlichen durchschnittlichen Netto-Arbeitsentgelten unterer Lohn- und Gehaltsgruppen einschlie lich anteiliger einmaliger Zahlungen zuz glich Kindergeld und Wohngeld in einer entsprechenden Haushaltsgemeinschaft mit einer alleinverdienenden vollzeitbesch ftigten Person bleiben. 2 1 vgl. Tarifinformationen des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institutes (WSI-Tarifarchiv) s. Internet (Abfrage Dezember 2004): http://www.tarifvertrag.de zu den Brutto-Arbeitsentgelten (Arbeitnehmerbrutto) einmalige Zahlungen hinzugerechnet davon abgezogen wurden Steuern und die gesetzlichen Sozialversicherungen. Dies ergab das Arbeitnehmer-Nettoeinkommen zu dem noch Kindergeld und ggfs. Wohngeld hinzugerechnet werden m ssen. Ergebnis insgesamt ist das verf gbare Haushaltseinkommen das gem den gesetzlichen Vorgaben als Vergleichsgr e f r Haushalte unterer Einkommen gilt. Dem verf gbaren Haushaltseinkommen wurde eine Bedarfsrechnung zum Sozialgeld bzw. Arbeitslosengeld II gegen bergestellt. Der Bedarf errechnet sich aus den Regels tzen der Personen der Kaltmiete den Heizkosten sowie ggfs. anfallenden Mehrbedarfszuschl gen f r Alleinerziehende. Die Kaltmieten wurden ausgehend von den L nderdaten f r Ost- und Westdeutschland 2003 auf Mitte des Jahres 2005 hochgerechnet.3 Der errechnete Bedarf an Sozialgeld bzw. an Arbeitslosengeld II kann dann mit dem verf gbaren Haushaltseinkommen prozentual und in absoluten Euro-Betr gen verglichen werden.4 Ergebnisse: Lohnabstand und Haushaltszusammensetzung Die vier Tabellen in denen sich die einzelnen Berechnungen finden sind in folgender Weise aufgebaut (Seite 3 bis 6): Die Tabellen 1 und 2 gehen von einem einheitlichen Regelsatz in Ost- und Westdeutschland von 412 Euro aus - dies ist der Vorschlag des Parit tischen Wohlfahrtsverbandes - demgegen ber zeigen Tabelle 3 und 4 die Verh ltnisse wie sie sich von der bestehenden Gesetzeslage ausgehend darstellen - d. h. zugrundegelegt wird ein Regelsatz in Westdeutschland von 345 Euro und 331 Euro in Ostdeutschland. Insgesamt wurden sieben Haushaltstypen jeweils f r Ost- und Westdeutschland ausgew hlt und f r unterschiedliche Regels tze nach den Vorschl gen des Parit tischen und der bestehenden Gesetzeslage berechnet. In Tabelle 3 und 4 in denen die bestehenden gesetzlichen Verh ltnisse f r Westund Ostdeutschland dargestellt sind zeigt sich insgesamt eine eindeutige Einhaltung des Abstandgebotes". Erwartungsgem verringert sich die Differenz zwischen verf gbarem Haushaltseinkommen und Sozialgeldbedarf mit steigender Kopf- bzw. Kinderzahl. Wegen der Mehrbedarfszuschl ge f r Alleinerziehende f llt der Abstand hier am geringsten aus. Die Auswirkungen des Parit tischen Vorschlages zum Regelsatz sind in Tabelle 1 und 2 zu beobachten. In Westdeutschland (Tabelle 1) wird der Lohnabstand bei allen sieben Haushaltskonstellationen eingehalten. Allerdings sind die Abst nde wegen des h heren Regelsatzes von 412 Euro (Parit tischer Vorschlag) erwartungsgem geringer als bei den Vorgaben der Bundesregierung. Im Falle Ostdeutschlands (Tabelle 2) ergibt sich eine berschneidung von Sozialgeld bzw. Arbeitslosengeld II und verf gbarem Haushaltseinkommen bei Ehepaaren mit drei Kindern und Alleinerziehenden mit zwei Kindern (mit -1 % bzw. -2 %). In allen anderen Haushaltskonstellationen sind allerdings die Lohnabst nde mit z. T. deutlichen Betr gen immer noch gewahrt - trotz des um 67 Euro h heren Parit tischen Regelsatz-Vorschlags. L nderdaten ohne Berlin f r 2003 anhand unver ffentlichter Unterlagen Statistisches Bundesamt Dezember 2004 4 s. Engels D. (2001): Abstand zwischen Sozialhilfe und unteren Arbeitnehmereinkommen: Neue Ergebnisse zu einer alten Kontroverse.- Sozialer Fortschritt (M rz) 3/2001 S. 56-62 3 2 Tabelle 1: Lohnabstandsgebot - Regelsatz 412 / West-Deutschland hochgerechnet f r Juli 2005 Haushaltszusammensetzung 1 Pers.-HH Hilfsarbeiter produzierendes Gewerbe Leistungsgruppe 3 2.266 00 + einmalige Zahlungen (Weihnachtsgeld Urlaubsgeld) 95 % 179 39 (Arbeitnehmer-)Bruttoentgelt 2.445 39 - Lohnsteuer 388 66 - Kirchensteuer 34 97 - Solidarit tszuschlag 21 37 Summe Steuern 445 00 - Krankenversicherung ( 13 9 %) 191 96 - Pflegeversicherung 26 90 - Rentenversicherung 238 43 - Arbeitslosenversicherung 79 48 Summe gesetzliche Sozialversicherungen 536 77 Nettoeinkommen 1.463 62 + Kindergeld --+ Wohngeld (Gemeindemietstufe 4 Wohnraumtyp 2) -- verf gbares Haushaltseinkommen 1.463 62 Bedarfsrechnung Sozialgeld / Alg. II - RS 2005 412 erster Erwachsener Prozent RS 100 412 00 Weitere Erwachsene Prozent RS 80 --Kinder unter 14 Jahre Prozent RS 60 --Kinder 14 bis unter 18 Jahre Prozent RS 80 --Kaltmiete (hochgerechnet f r Juli 2005) 260 00 Heizkosten ( 20 % der Kaltmiete) 52 00 Mehrbedarfszuschlag --Bedarf Sozialgeld 724 00 Lohnabstand in 739 62 Lohnabstand in % (Arbeitnehmereinkommen) 50 5 % Paar-HH 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 11 17 --135 33 191 96 26 90 238 43 79 48 536 77 1.773 29 ----1.773 29 412 00 330 00 ----344 00 69 00 --1.155 00 618 29 34 9 % Paar+1Ki 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 2 65 --126 81 191 96 20 79 238 43 79 48 530 66 1.787 92 154 00 --1.941 92 412 00 330 00 247 00 --404 00 81 00 --1.474 00 467 92 24 1 % Paar+2Ki 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 ----124 16 191 96 20 79 238 43 79 48 530 66 1.790 57 308 00 --2.098 57 412 00 330 00 247 00 330 00 458 00 92 00 --1.869 00 229 57 10 9 % Paar+3Ki All.erz.+1K All.erz.+2K 2.266 00 1.919 00 1.919 00 179 39 151 92 151 92 2.445 39 2.070 92 2.070 92 124 16 250 83 250 83 --11 15 1 57 --6 81 --124 16 268 79 252 40 191 96 162 56 162 56 20 79 17 60 17 60 238 43 201 91 201 91 79 48 67 30 67 30 530 66 449 37 449 37 1.790 57 1.352 76 1.369 15 462 00 154 00 308 00 72 00 ----2.324 57 1.506 76 1.677 15 412 00 330 00 494 00 330 00 522 00 104 00 --2.192 00 132 57 5 7 % 412 00 --247 00 --353 00 71 00 124 00 1.207 00 299 76 19 9 % 412 00 --247 00 330 00 420 00 84 00 124 00 1.617 00 60 15 3 6 % 3 Tabelle 2: Lohnabstandsgebot - Regelsatz 412 / Ost-Deutschland hochgerechnet f r Juli 2005 Haushaltszusammensetzung Hilfsarbeiter produzierendes Gewerbe Leistungsgruppe 3 + einmalige Zahlungen (Weihnachtsgeld Urlaubsgeld) 90 % (Arbeitnehmer-)Bruttoentgelt - Lohnsteuer - Kirchensteuer - Solidarit tszuschlag Summe Steuern - Krankenversicherung ( 13 9 %) - Pflegeversicherung - Rentenversicherung - Arbeitslosenversicherung Summe gesetzliche Sozialversicherungen Nettoeinkommen + Kindergeld + Wohngeld (Gemeindemietstufe 3 Wohnraumtyp 2) verf gbares Haushaltseinkommen Bedarfsrechnung Sozialgeld / Alg. II - RS 2005 412 erster Erwachsener Prozent RS Weitere Erwachsene Prozent RS Kinder unter 14 Jahre Prozent RS Kinder 14 bis unter 18 Jahre Prozent RS Kaltmiete (hochgerechnet f r Juli 2005) Heizkosten ( 20 % der Kaltmiete) Mehrbedarfszuschlag Bedarf Sozialgeld Lohnabstand in Lohnabstand in % (Arbeitnehmereinkommen) 1 Pers.-HH 1.746 00 130 95 1.876 95 229 58 20 66 12 62 262 86 147 91 20 73 183 71 61 24 413 59 1.200 50 ----1.200 50 100 80 60 80 412 00 ------196 00 39 00 --647 00 553 50 46 1 % Paar-HH 1.746 00 130 95 1.876 95 23 16 2 08 --25 24 147 91 20 73 183 71 61 24 413 59 1.438 12 ----1.438 12 412 00 330 00 ----268 00 54 00 --1.064 00 374 12 26 0 % Paar+1Ki 1.746 00 130 95 1.876 95 23 16 ----23 16 147 91 16 02 183 71 61 24 408 88 1.444 91 154 00 --1.598 91 412 00 330 00 247 00 --313 00 63 00 --1.365 00 233 91 14 6 % Paar+2Ki 1.746 00 130 95 1.876 95 23 16 ----23 16 147 91 16 02 183 71 61 24 408 88 1.444 91 308 00 69 00 1.821 91 412 00 330 00 247 00 330 00 354 00 71 00 --1.744 00 77 91 4 3 % Paar+3Ki All.erz.+1K All.erz.+2K 1.746 00 1.520 00 1.520 00 130 95 114 00 114 00 1.876 95 1.634 00 1.634 00 23 16 137 25 137 25 --2 43 --------23 16 139 68 137 25 147 91 128 76 128 76 16 02 13 94 13 94 183 71 159 93 159 93 61 24 53 31 53 31 408 88 355 94 355 94 1.444 91 1.138 38 1.140 81 462 00 154 00 308 00 132 00 --31 00 2.038 91 1.292 38 1.479 81 412 00 330 00 494 00 330 00 411 00 82 00 --2.059 00 -20 09 -1 0 % 412 00 --247 00 --283 00 57 00 124 00 1.123 00 169 38 13 1 % 412 00 --247 00 330 00 337 00 67 00 124 00 1.517 00 -37 19 -2 5 % 4 Tabelle 3: Lohnabstandsgebot - Regelsatz 345 / West-Deutschland hochgerechnet f r Juli 2005 Haushaltszusammensetzung 1 Pers.-HH Hilfsarbeiter produzierendes Gewerbe Leistungsgruppe 3 2.266 00 + einmalige Zahlungen (Weihnachtsgeld Urlaubsgeld) 95 % 179 39 (Arbeitnehmer-)Bruttoentgelt 2.445 39 - Lohnsteuer 388 66 - Kirchensteuer 34 97 - Solidarit tszuschlag 21 37 Summe Steuern 445 00 - Krankenversicherung ( 13 9 %) 191 96 - Pflegeversicherung 26 90 - Rentenversicherung 238 43 - Arbeitslosenversicherung 79 48 Summe gesetzliche Sozialversicherungen 536 77 Nettoeinkommen 1.463 62 + Kindergeld --+ Wohngeld (Gemeindemietstufe 4 Wohnraumtyp 2) -- verf gbares Haushaltseinkommen 1.463 62 Bedarfsrechnung Sozialgeld / Alg. II - RS 2005 345 erster Erwachsener Prozent RS 100 345 00 Weitere Erwachsene Prozent RS 80 --Kinder unter 14 Jahre Prozent RS 60 --Kinder 14 bis unter 18 Jahre Prozent RS 80 --Kaltmiete (hochgerechnet f r Juli 2005) 260 00 Heizkosten ( 20 % der Kaltmiete) 52 00 Mehrbedarfszuschlag --Bedarf Sozialgeld 657 00 Lohnabstand in 806 62 Lohnabstand in % (Arbeitnehmereinkommen) 55 1 % Paar-HH 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 11 17 --135 33 191 96 26 90 238 43 79 48 536 77 1.773 29 ----1.773 29 345 00 276 00 ----344 00 69 00 --1.034 00 739 29 41 7 % Paar+1Ki 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 2 65 --126 81 191 96 20 79 238 43 79 48 530 66 1.787 92 154 00 --1.941 92 345 00 276 00 207 00 --404 00 81 00 --1.313 00 628 92 32 4 % Paar+2Ki 2.266 00 179 39 2.445 39 124 16 ----124 16 191 96 20 79 238 43 79 48 530 66 1.790 57 308 00 --2.098 57 345 00 276 00 207 00 276 00 458 00 92 00 --1.654 00 444 57 21 2 % Paar+3Ki All.erz.+1K All.erz.+2K 2.266 00 1.919 00 1.919 00 179 39 151 92 151 92 2.445 39 2.070 92 2.070 92 124 16 250 83 250 83 --11 15 1 57 --6 81 --124 16 268 79 252 40 191 96 162 56 162 56 20 79 17 60 17 60 238 43 201 91 201 91 79 48 67 30 67 30 530 66 449 37 449 37 1.790 57 1.352 76 1.369 15 462 00 154 00 308 00 72 00 ----2.324 57 1.506 76 1.677 15 345 00 276 00 414 00 276 00 522 00 104 00 --1.937 00 387 57 16 7 % 345 00 --207 00 --353 00 71 00 124 00 1.100 00 406 76 27 0 % 345 00 --207 00 276 00 420 00 84 00 124 00 1.456 00 221 15 13 2 % 5
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