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Was hei t und zu welchem Ende studiert man europ isch vergleichende Geschichte berlegungen aus gegebenem Anla HEINZ SCHILLING Recensieartikel naar aanleiding van: K. Davids J. Lucassen ed. A miracle mirrored. The Dutch Republic in European perspective (Cambridge: Cambridge university press 1995 xx + 539 biz. 55 - ISBN 0 521 46247 9). Was hei t und zu welchem Ende studiert man europ isch vergleichende Geschichte Auf diese aktuelle Frage gibt ein in den Niederlanden entstandener Aufsatzband in doppelter Hinsicht eine beispielhafte Antwort n mlich als Modell einerseits f r die Organisation und andererseits f r eine spezifische inhaltliche M glichkeit des europ ischen Gesellschaftsvergleichs. Organisiert wurde das Projekt von Karel Davids und Jan Lucassen die 1992/1993 am Netherlands Institute of Advanced Studies (NIAS) eine 'theme group' etablierten und mit dieser die zentralen Sachthemen eines solchen Vergleiches ausw hlten und auf drei internationalen Konferenzen testen lie en. Der vorliegende Sammelband der von der NIAS Forschergruppe (f nf Historiker aus den Niederlanden drei aus England einer aus Deutschland) und f nf weiteren Beitr gem (drei aus den Niederlanden je einer aus Belgien und Deutschland) abgefa t wurde und dessen Vorwort rund drei Dutzend Beratern dankt ist somit Ergebnis eines erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwandes und Ausdruck bemerkenswerter internationaler Kooperation. Un bersehbar ist allerdings eine doppelte Konzentration eine geographische auf Wissenschaftler aus dem Dreieck Niederlande/Belgien England/USA Deutschland und eine fachliche auf Historiker wenn auch aus verschiedenen Teildisziplinen. Was das inhaltliche Modell des europ ischen Vergleiches anbelangt so wurde eine der europ ischen 'National-' oder sagen wir besser Einzelstaatsgeschichten als Ausgangspunkt gew hlt n mlich die der fr hneuzeitlichen Niederlande und in Beziehung gesetzt zu 'cases which to some extent share similar circumstances as those prevailing in particular phases of the historical development of the Northern Netherlands' (11). Die Komparatistik setzt somit nicht an einem wie auch immer zu definierenden gesamteurop ischen Zivilisations- oder Entwicklungstypus an. Auch werden nicht besonders divergente F lle miteinander verglichen. Ausgangspunkt ist vielmehr die von den Zeitgenossen immer wieder beschworene und von den Historikern best tigte Sonderentwicklung der fr hneuzeitlichen Niederlande. Dieses ' miracle' wird in Vergleichsf llen n mlich den unmittelbaren Nachbarn Deutschland England Frankreich gespiegelt deren sp tmittelalterliche Ausgangslage hnlich war mit dem Ziel 'to determine where and why the Dutch Republic diverged from this shared baseline'(11). Inhaltlich w hlte man ein eher lockeres Frageraster von f nf 'key issues' n mlich Entstehung der Republik deren politische Struktur als 'counter-model to absolutism' das Verh ltnis von 'religion and Stateformation' 'diffusion of literacy' die Ursachen der niederl ndische Kulturbl te besonders in der Malerei (8-10). Das sind durchgehend historische und nicht systematisch legitimierte oder abgestimmte Kategorien. Entsprechend locker zusammengef gt sind die Einzelbeitr ge. Es lassen sich vier Gruppen unterscheiden erstens Vergleiche des niederl ndischen mit einem anderen europ ischen Fall (Henk van Nierop niederl ndische Revolution und franz sische Revolutionskriege Olaf M rke politische Kultur der Niederlande BMGN 113 (1998) afl.4 490-494 Recensieartikel 491 und Deutschlands William Speck Adaptation des niederl ndischen Politikmodells in England als 'triumph of whig over tory ideology' 194) zweitens stadtgeschichtliche Untersuchungen (Marjolein 't Hart zum Einflu des St dtenetzes auf die Politik Marc Boone und Maarten Prak zu den alteurop ischen B rgerbewegungen und dem stadtrepublikanischen Politikmodell zwei sich gut erg nzende Beitr ge insofern beide unter anderen den Systemwechsel von der fr hneuzeitlichen Republik zum K nigtum des 19. Jahrhunderts stadtgeschichtlich erkl ren 9 1 128) drittens Untersuchungen zu Religion und Kultur (Wiebe Bergsma auf dessen Beitrag weiter unten noch n her eingegangen wird und Margaret Spufford die souver n die Beziehung zwischen 'Literacy trade and religion' in den europ ischen Handelszentren analysiert sowie bereits als Br ckenglied zur n chsten Themengruppe Michael North zu Kunst und Kommerz in den Niederlanden) viertens schlie lich die methodisch wie inhaltlich koh renteste Gruppe von Beitr gen systematisch-analytisch verfahrender Wirtschafts- und Sozialhistoriker (Peter Spufford ber Kredit- und Kapitalflu Karel Davids zur Technologiegeschichte Jan Lucassen zu Organisation und Mobilisierung fast ausschlie lich freier Arbeit in der Republik Leo Noordegraaf und Jan Luiten van Zanden ber Entwicklung und Verteilung des holl ndischen Lebe
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